Vor 30 Jahren, am 1. Juli 1984 genau, wurde der Fussballclub Arisdorf aus der Taufe gehoben. Anlass, einen Verein zu gründen, erinnert sich Samuel Moser, Präsident FC Arisdorf bis Mitte August 2012, seien fussballbegeisterte Kinder gewesen, die sich regelmässig auf dem Sportplatz zum „Schutten“ trafen. Unterstützt von ein paar Vätern kam es in der Folge zum Gründungsakt, den vier Männer, nämlich Eugen Schwob, Peter Moor, Rene Dill und Ulrich Ritzmann unterzeichneten. Mit der Gründung trat der Club zudem dem Fussballverband Nordwestschweiz als Mitglied bei. In den ersten Jahren gingen nur Juniorenteams ihrem Sport nach. 1988 griffen die „Grossen“ mit einer Aktivmannschaft in das sportliche Geschehen ein. Wie in den Verbandsstatuten festgehalten, erfolgte der Start zuunterst, also in der 5. Liga. 1990 stieg der FCA in die 4. Liga auf, wo er auch heute noch angesiedelt ist, obwohl er einmal relegiert wurde, den Wiederaufstieg jedoch kurz danach schaffte. „Zwei Mal landeten wir auf dem zweiten Tabellenrang und haben den Aufstieg in die 3. Liga denkbar knapp verpasst“, gibt Moser zu verstehen. Ambitionen brauche es. Das sportliche Ziel sei deshalb, in die 3. Liga aufzusteigen. Ob man sich dort halten könnte, sei aber ungewiss, meinte er.

Lücke zwischen D-Junioren und Aktivfussball

Insgesamt zählt der Verein rund 50 Aktive und etwa gleich viele Juniorenmitglieder. Nebst dem Fanionteam in der 4. Liga sind in den Juniorenkategorien D (mit Unterbrüchen), E  sowie F zahlreiche weitere Burschen und Mädchen fussballerisch aktiv. Leider, gibt der Ex-Präsident zu verstehen, bestehe beim Übergang von den Junioren zu den Aktiven eine gewisse personelle Lücke. So ziehe es Junioren immer wieder und aus den verschiedensten Gründen zu andern Clubs in der Region, insbesondere nach Liestal, Sissach und Diegten-Eptingen. Erfreulicherweise kämen aber viele von ihnen früher oder später zu ihrem Stammclub zurück. Bis vor einem Jahr beteiligten sich auch die Veteranen an der Meisterschaft. Heuer ist das mangels genügend Spieler leider nicht mehr möglich. „Doch wir treffen uns immer noch jede Woche auf dem Sportplatz zum „Mittwuchsschutten“, einem reinen Plauschmatch, erklärt Samuel Moser. Bei den Juniorenteams hingegen kennt man keine Nachwuchs-
sorgen. „Die kommen einfach, auch die Mädchen, ohne dass wir viel machen müssen“, freut sich der Fussballexperte. Ob der Drang zum Fussballsport und zum FCA mit den Erfolgen des FC Basel zusammenhängt, vermag er nicht auszuschliessen. Genaueres, denkt er, würde man vielleicht erfahren, wenn die Erfolgswelle des FCB abebben würde. Danach sehe es aber gar nicht aus.

Fairster Klub der Nordwestschweiz

Die Mannschaften trainieren und tragen ihre Meisterschafts- Cup- und anderen Spiele auf dem Sportplatz aus, einem Naturrasenfeld mit 200 Stehplätzen. „Grosszügigerweise stellt uns die Gemeinde den Platz unentgeltlich zur Verfügung. Das schätzen wir sehr“, betont der ehemalige Vereinsvorsitzende. Ein Kunstrasen wäre natürlich ideal. Ein solcher würde es erlauben, den Platz auch bei ungünstigen Verhältnissen zu benützen, zum Beispiel bei Regenwetter. Aber, fährt er fort, ein Kunstrasenfeld koste viel Geld. Er glaube nicht, dass sich die Gemeinde in absehbarer Zeit eine derartige Investition leisten könne, auch wenn das seitens der Fussballer-
innen und Fussballer wünschenswert wäre. Die Fussballbegeisterten sind aber auch ausserhalb des grünen Rasens aktiv. So führt der FCA jedes Jahr Ende August ein Grümpeli durch und organisiert im Turnus entweder den Banntag, die Bundesfeier oder den Eierleset. Auch einen Fondueabend und ein Skiweekend gehören zum Tätigkeitsprogramm. Besonders stolz sind die Mitglieder auf den Fairnesspreis der Basellandschaftlichen Kantonalbank im Jahr 2010. Und heuer wurde der Club innerhalb des Fussballverbandes Nordwestschweiz als fairstes aller 50 Teams der 4. Liga ausgezeichnet. Samuel Moser stand dem Verein während sieben Jahren vor. Als Nachfolger wählte die Generalversammlung am 15. August 2012 Yves Krebs.

Fairplay Vereins-Trophy SFV 2009/2010, v.l. Peter Gilléron (Zentralpräsident SFV), Samuel Moser (Präsi FC Arisdorf), Jürg Ernst (Suvaliv), Kurt Büchi (FC Arisdorf), Peter Hotstetter (Fairplay Mitglied Zentralvorstand), Ottmar Hitzfeld (Nationaltrainer)

Ruf als Cupschreck

Es begann die Ära des FC Arisdorf als Schrecken des Basler Cups. Nachdem die 1. Mannschaft zwei Drittligisten (SC Steinen, SV Muttenz III) mit Niederlagen auf den Heimweg geschickt hatte, trug der FC Arisdorf an einem 18. Oktober 2012 das grösste Spiel der Vereinsgeschichte aus gegen den ambitionierten AS Timau Basel aus der 2. Liga Regional. 114 Zuschauer bevölkerten die Stehrampe des Gemeindesportplatz im 1/8-Finale des Grosspeter Basler Cup. Erst in der Nachspielzeit gelang dem Zweitligisten der 2:3-Siegestreffer. Normalerweise scheiden Viertligisten spätestens in der 2. Cuprunde aus…

Schulhausneubau als Zäsur

Seit dem September 2016 darf der FC Arisdorf in die neuen Räumlichkeiten einziehen nach dem Schulhausneubau. Mit eigener Aussen-Garderobe und Materialraum. Aufgrund neuer Vorgaben vom SFV müssen Mindestmasse für Wettspielfelder mindestens 90 m in der Länge betragen. Dabei je 3m Schutzraum von den Linien. Es bedarf einiger Anstrengung, dass der Verband das Spielfeld wieder abnimmt für den Aktivfussball. An der GV vom 20. Oktober 2016 übergab Yves Krebs nach vier Jahren das Präsidium an Marco Studer.